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14. - 17. August 2001 NI Week, Texas (USA)


Das erste mal in der Geschichte der National Instruments (NI) Konferenz und „Hausmesse“ für Meß- und Automatisierungstechnik
NI Week 2001 (www.ni.com/niweek; 14.-17. August) waren, im Gegensatz zu den stark gestiegenen Ausstellerzahlen, keine relevanten Zuwächse bei den Besucherzahlen zu verzeichnen. Dies ist wohl unter anderem der derzeitigen weltweiten Konjunkturflaute zuzuschreiben.
NI feierte während des Events seinen 25. Geburtstag denn auch nicht allzu überschwänglich. Die zweistelligen Zuwachsraten (teilweise über 20%) in allen Bereichen scheinen fürs Erste der Vergangenheit anzugehören. Trotz alledem sind Veranstalter und Aussteller mit dem Ergebnis der Trade Show sehr zufrieden.

Knapp über 1000 Spezialisten der Meß- und Automatisierungstechnik konnten sich im über 40°C heissen Austin ein Bild von den neuesten Trends in der technischen IT machen.

Eine Vielzahl von technischen Sessions, Hands On Veranstaltungen und Firmenapplikationen boten jedem Teilnehmer interessante Informationsmöglichkeiten.

SYSTEC Stand auf NI Week 2001

Die jetzigen Prototypensysteme sind bereits schon sehr viel versprechend. Über die Marktreife gab es jedoch noch keine Aussagen. Es kann durchaus sein, dass LabVIEW für FPGAs in Zukunft eine starke Konkurrenz zu den PLD-Entwicklungs-umgebungen VHDL und Verilog darstellt.

LabVIEW für Linux ist seit mehreren Jahren fester Bestandteil der LabVIEW-Familie. Das Sandia Institut aus Kalifornien stellte jetzt ein LabVIEW-basiertes System für Realtime Embedded Linux vor, basierend auf PC-104-Modulen der Firma Jumptec. Auf Grund der Lizenzpolitik Microsofts für Embedded Windows 2000 und Windows CE stellt Embedded Linux eine interessante Alternative dar. Linux leidet aber derzeit noch sehr stark am Fehlen von Treibern für Mess- und Automatisierungshardware.

Für grosses Aufsehen sorgte die deutsche Firma Vogel Automatisierungstechnik aus Jena mit ihrer ObjectVIEW genannten Technologie (www.lvot.de; www.gooptech.com; Vertrieb: SYSTEC GmbH) Die so genannten Objekt Technologie Toolsets erweitern LabVIEW um Objektorientierung mit Mehrfachvererbung, erweitertes Eventmanagement und unterschiedliche zusätzliche Abstrahierungsmechanismen wie Objekt- und Petrinetze. Zusätzlich zum Grafischen Datenflussansatz LabVIEWs kann der LabVIEW-Entwickler noch den Status- und den Ereignisfluss nutzen. Die Objekt- und Petrinetze ermöglichen CASE-Entwicklungen, die ihren textbasierten Pendants um Längen voraus sind. Softwareengineering, Kodierung und Dokumentation in einem Arbeitsgang ermöglichen eine konkurrenzlose Produktivität. Die Toolsets können aber auch als Basis für die Entwicklung neuer Paradigmen dienen. Einsatzgebiete sind unter anderem die Mess- und Automatisierungstechnik inklusive MES. Auch im ERP-Umfeld bietet sich der Einsatz der Toolsets an. Vor allem der Bereich des Workflow Managements könnte sich zu einer Domäne der Toolsets entwickeln. Auch Supercomputeranwendungen sind durch die hohe Skalierbarkeit jetzt denkbar.

Anders als in früheren Jahren hielt man sich bei den Keynotes mit technischen Details neuer Hard- und Softwareapplikationen zurück. Im Mittelpunkt des Interesses stand die Integration technischer Applikationen in Enterpris-eumgebungen. Der ganzheitliche Ansatz des Enterprise Management gewinnt international immer mehr an Bedeutung. Themen wie ERP- (Enterprise Ressource Planning) und MES-Connectivity (Manufacturing Execution System) wurden in verschiedenen Sessions behandelt.
Der Trend zur Integration verschiedener Unternehmensprozesse hält weiterhin mit unverminderter Intensität an.

Der Marktführer für PC-gestützte Meß- und Automatisierungstechnik, National Instruments, stellte eine Reihe neuer Hardwarekomponenten vor, unter anderem PXI-Einsteckkarten (CompactPCI with eXtensions for Instrumentation) und einen Fieldpoint FP 2000 Embedded Controller mit Echtzeitbetriebssystem und Realtime LabVIEW. PXI-Systeme setzen sich auf Grund positiver Eigenschaften (PCI-basierend, skalierbar, industrietauglich, leicht synchronisierbar, kostengünstig, viele Anbieter und Einsteckkarten sowie Gehäuse und Controller, hardwarekompatibel
zu CompactPCI, softwarekompatibel zu PCI-Karten) immer mehr gegen Desktop-Meß- und -Steuerungssysteme durch. PXI-Systeme findet man mittlerweile in sehr vielen Prüfplätzen. Die US-Firma VI Engineering stellte ein LabVIEW- und PXI-basiertes Testsystem vor, das den Endtest für die neue Microsoft Spielekonsole XBox übernimmt. LabVIEW hat im Bereich der Test- und Automatisierungs-Entwicklungssoftware alle anderen Umgebungen (C++, Basic, Delphi) bereits weit hinter sich gelassen.

Die Familie der Realtime-LabVIEW fähigen Komponenten bekamen mit dem Fieldpoint FP2000-Modul ein neues und sehr interessantes Familienmitglied. Für den industriellen Einsatz konzipiert stellt das Modul eine ernsthafte Gefahr für traditionelle SPS-Systeme dar, da die Programmierung mit LabVIEW im Vergleich zur linearen und aufwändigen SPS Programmierung eine wesentlich effizientere Realisierung von Applikationen ermöglicht.

Eine wesentlich schnellere Umsetzung von LabVIEW-Codes verspricht die Verwendung von rekonfigurierbarer Logik basierend auf FPGA-Technologie (Field Programmable Gate Array).

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Das in den achtziger Jahren für die Labormesstechnik positionierte multi-plattformfähige LabVIEW drängt auch auf Grund der zahlreich erhältlichen Toolsets in immer neue Bereiche vor, die bisher unterschiedlichen Entwicklungs-umgebungen vorbehalten waren. In nicht allzu ferner Zukunft ist ein durch-gängiger Softwareengineering-Ansatz (basierend auf einem Paradigma mit ausgezeichneten Rapid Prototyping und Rapid Application Development Eigeenschafte) denkbar. LabVIEW kann dann über ein dutzend unterschiedlicher Entwicklungsumgebungen (z.B. Verilog, VHDL, ´ANSI C, C++, C#, Java, Basic, AWL, IEC 1131, Fortran, Delphi, SCADA Apps, etc.) ersetzen.

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